Donnerstag, März 15, 2007

Reise nach Madrid

Bevor ich noch ganz vergesse, was ich alles dort erlebt habe, muss ich endlich mal den Eintrag über meine Reise nach Madrid veröffentlichen. ;-)



Wie so viele Reisen mit einem Billigflug beginnt sie _sehr_ früh: ich bin um 3 Uhr aufgestanden. Es ist aber eigentlich egal - ich bin immer müde und muffelig, wenn der Wecker klingelt... Aber zumindest bin ich in einer solchen Situation motiviert, mich aus dem Bett zu quälen, weil ich ja den Flieger nicht verpassen will...

Ja, sogar um diese nachtschlafende Zeit habe ich schon Hunger, sodass ich als erstes ein Frühstück zu mir genommen habe. Dann ging's zum Flughafen; der Flug war recht ereignislos (Gott sei Dank!).



Vom Zeitpunkt, als ich den Flieger verlassen habe, bis zum Hotel in Madrid sind doch tatsächlich 2 Stunden vergangen. Die Metro in die Stadt war relativ fix (bis auf die Tatsache, dass ich zweimal umsteigen musste), aber hier kommt der Hammer: zuerst müssen wir in die Passkontrolle - kleine Schlange. Dann müssen wir mit einer Flughafen-U-Bahn in ein anderes Terminal fahren, um unser Gepäck abzuholen (!). Auch die Halle für die Gepäckannahme war wie Größenwahn. Es soll ja tatsächliche Leute geben, die sich über die langen Wege im Flughafen München beschweren - da kann ich jetzt nur lachen. Ich habe noch nie einen so großen Flughafen wie in Madrid gesehen - das Gebäude streckt sich schier endlos bis zum Horizont (na ja, fast).

Dann gibt es einen Shuttlebus zu einem anderen Terminal T2, von dem die Metro abfährt (is ja klar, dass die nicht dort abfährt, wo ich gerade bin!). Klar geht es einfacher, wenn man nur ein Taxi in die Stadt nimmt, aber...



In der Metro kann ich dann zum ersten Mal meine bescheidenen Spanischkenntnisse ausprobieren. Um es kurz zu machen - ich bin gescheitert. ;-) Als der nette Herr neben mir die Zeugen-Jehovas-Heftchen auspackt, verstand ich endlich, was er mir die ganze Zeit vom Paradies erzählen wollte. Ich habe jetzt Heftchen auf Spanisch und Französich... Aber egal, er war ein netter Kerl, und ein bißchen konnten wir schon kommunizieren (beispielsweise woher wir kommen, was wir machen, usw).



Die Pension ist OK, und ich finde alsbald den kurzen Weg ins Museo del Prado (nur ein paar Minuten). Ich wollte eigentlich die Dreierkarte (Prado/Thyssen-Bornemisza/Reina Sofia) kaufen, bis ich feststelle, dass die an dem Tag keinen Eintritt verlangen - ist doch eine positive Überraschung!

Da ich aber unglaublich Hunger hatte (war ja auch Mittagessenszeit, und seit dem Frühstück habe ich nichts mehr zu mir genommen), mache ich einen schnurgeraden "Durchlauf" bis in die Cafeteria.

Schon beeindruckend, welche Schätze, die hier so angesammelt haben im Laufe der Zeit: de Goya, Velázquez, Rubens, Bosch, el Greco (endlose Liste). Dann habe ich rund eine halbe Stunde vor fasziniert vor einem Gemälde von Raffael verbracht, bis ich gelesen habe, dass es sich "nur" um eine Kopie handelt... Hätte ich nicht gemerkt, hahaha. Zumindest kenne ich das Bild jetzt auswendig.



Abends erlebe ich eine kleine Überraschung. In der Kneipe, in der ich zu Abend esse, stellt mir der Spaßvogel doch glatt zwei Halbe hin. Weil ich doch ein großes Bier bestellt habe... War lecker, auch das Essen (Bocadillo mit Serranoschicken). Und das Beste - der ganze Spaß hat (mit dem Essen) nur 5,50€ gekostet - da sollte sich Dublin mal eine Scheibe abschneiden!





Am nächsten Tag musste ich erstmal ausschlafen. Zum Frühstück bin ich in eine Kneipe ums Eck gegangen, wo ich einen leckeren Milchkaffee mit tasty getoastetem Tomatenbrot bekommen habe. Für ganze 2€ - kein Kommentar. ;-)



Dann habe ich mir den Palacio Real angeschaut - die Zimmer sind im Überfluss ausgestattet, eines aufwändiger als das nächste.





Der Plaza Mayor ist auch sehr schön, mit kitschigen Fresken.

Abends war ich noch im Museum "Reina Sofia". Guernica war beeindruckend, aber noch interessanter fand ich die zahlreichen Skizzen und Fotos, die die Entstehung dokumentieren. Natürlich gibt es auch viele Werke von Miró und Dalí.



Danach war ich dann wirklich müde, habe mich aber noch auf die Suche nach einer netten Gelegenheit zum Abendessen gemacht. Ich habe sogar etwas gefunden (sogar mit Rauchverbot!), aber dann habe ich gesehen, dass da "Taberna Alemán" draufstand - das letzte, was ich in Madrid brauche, ist eine deutsche Kneipe. ;-) Also bin ich weiter. War auch erfolgreich, aber da war Rauchen erlaubt. Zur Klarstellung: ich habe nix gegen Raucher. Aber gegen das Rauchen! Und ich finde es erbärmlich, dass es Deutschland nicht fertig bringt (und anscheinend Spanien auch nicht), das Rauchen in Restaurants/Kneipen einfach knallhart zu verbieten. Was haben sie in Irland und Italien geheult, und es hat trotzdem geklappt.



Am nächsten Tag bin ich zum Bahnhof gelaufen; nur ein paar Minuten südlich vom Prado. Nach einem kurzen Frühstück gab es eine entspannende Zugfahrt durch Olivenhaine, mit Blick auf die City. Nach einer Stunde habe ich den Blick auf San Lorenzo de El Escorial gehabt. Das Riesengebäude steht erhaben, fast unwirklich am Fuße der Berge. Die meisten Gemäde sind im Prado gelandet, aber sie haben immer noch beeindruckende Werke. Auch das Sterbebett Philipps II. mit Blick auf den Altar ist faszinierend.

Die Königsgruft der Habsburger ist sehenswert. Der letzte Raum war besonders gespenstig - da haben sie die Kinder bestattet.



Die Basilika erinnert ein wenig an den Petersdom in Klein. Links uns rechts vom Altar knien Karl V und Philipp II mit Frau und Kindern, reichlich mit Gold geschmückt. Die Bibliothek ist aufwändig ausgeschmückt.





Zusammenfassung: ich habe es nicht bereut, dort gewesen zu sein!



2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Unter dem Label Kurztripps fehlt ein Post ;-)

Roland hat gesagt…

Hallo lieber Jörg,
hm, da hast du recht, jetzt wo du's sagst!
Du meinst die Reise nach Spanien/Catalunya, wo ich hervorragend betreut worden bin, familiär aufgenommen wurde, und noch besser mit Essen und trinken versorgt worden bin? :-)
Da muss ich noch ein paar Zeilen schreiben, hast recht!