Montag, September 11, 2006

Die ersten Tage in Dublin

Dienstag, 5.9.06 Heute sind – mit einem Tag Verspätung (aber der Spediteur ist anderer Meinung – egal) die Möbelpacker angekündigt, „im Laufe des Vormittags“, wie es hieß. Da ich doch langsam nervös werde (es wurden acht Stunden geschätzt, um meine Sachen zu packen, und abends geht schon mein Flug), fange ich schon mal an: Ich werfe immer wieder Sachen in neue Umzugskartons. Gott sei Dank habe ich noch einige im Keller stehen, die ich sowieso nutzen wollte. Und sie kommen und kommen nicht – und ich mache immer wieder neue Kartons fertig. OK, das hört sich jetzt so an, als hätte ich schon den ganzen Hausstand gepackt – ich übertreibe ein wenig. Endlich – sie kreuzen auf, die Uhr zeigt 11:45. Sie sind zu dritt: Einer macht sich gleich ans Einpacken der Klamotten im Schlafzimmer, der zweite ans Geschirr im Esszimmer, und der arme Lehrling darf schleppen. Ist zwar nur der erste Stock, aber einige Kartons wiegen doch recht viel (zumindest nach meinem Dafürhalten). Einmal packt ihm sein Kollege extra noch was rein in den Karton mit der Begründung „damit du Muckies kriegst“ – nette Kollegen. ;-) Wenn ich mir anschaue, wie sie die Kartons hochheben (mit durchgedrückten Knien, schön hochreißen!), dann wird mir schlecht. Aber gottlob muss ich da nicht mitmachen. Nur ganz sachte mache ich noch ein paar Kartons voll mit Kleinzeug. Es geht am Anfang ganz fix, dann wird es zäher, aber nach knapp 4 Stunden ist der Lastwagen voll – und ich bin erleichtert. Ich bringe noch den letzten Müll weg und sage meinem Vermieter bescheid. Die Wohnungsübergabe dauert länger als von mir erwartet – aber wir können uns einigen. Ich verabschiede mich – war eine schöne Zeit, und wir haben uns in Wersten und in der Wohnung sehr wohl gefühlt! Dann noch schnell meinen Koffer und den Rucksack gepackt, und ab ins Taxi zum Flughafen. Auf dem Weg erzähle ich dem Fahrer, dass ich in Dublin arbeiten werde – ich will nicht schon wieder das ungläubige Staunen ernten „wie – nicht arbeiten? Auszeit?“, und mich rechtfertigen müssen. ;-) Bis der Flieger kommt, bleibt noch ein wenig Zeit, und ich schmökere im neuen Überblick für Düsseldorf. Das ist ein Magazin, das jährlich in verschiedenen Ausprägungen erscheint, beispielsweise „Düsseldorf kauft ein“. Was uns natürlich interessiert ist das Thema „Düsseldorf geht aus“, weil da hunderte von Restaurantkritiken aufgeführt sind. Schon sehr interessant, was Profils schreiben. Das Ep’s wird wieder sehr gelobt. Da das unser Lieblingsrestaurant war, freue ich mich sehr. Ich hoffe, dass sie auch ohne unsere Besuche ausgelastet sind. =8-) Aber mal im Ernst – da gibt es sehr viele Restaurants, die gelobt werden und sich sehr interessant anhören, bei denen wir noch nie waren. Hm, wird eine Aufgabe fürs nächste Leben. Grins. Der Flug ist ereignislos, und mit eineinhalb Stunden Reisezeit angenehm kurz. Jetzt gibt es das Wiedersehen mit Uli!!! Dieses Mal nehmen wir nicht ein Taxi, sondern den Bus – Aircoach. Den Mittwoch haben wir also noch frei (die Möbel kommen erst am Donnerstag). Und somit gehen wir erstmal zu KC Peaches um die Ecke zum Frühstücken (mit Internetanschluss!), und dann im Sonnenschein spazieren. Abends finden wir unser Futter bei Mash Cafe – sehr nett! Besonders weil man vor 18:00 als „Early Bird“ noch ein Menü zu einem für Dublin günstigen Preis bekommt. Uli hat Huhn mit Couscous. Und ich ein Sirloin Steak mit Spinat und Kartoffeln. Bei einem Besuch müsst ihr unbedingt das Bild im Vorraum zu den Toiletten anschauen – ich war angenehm überrascht. Uli sagte mir nachher, dass es in diesem Stil auf der Damentoilette noch einige gibt – leider kann ich da nicht hin, ohne Aufsehen zu erregen... Im Männerklo gibt es sehr stimmungsvolle Schwarzweißaufnahmen von Segelschiffen. Am Donnerstag früh rufen pünktlich die Möbelpacker an. Das Navigationssystem findet unsere Adresse nicht. Aber mit Ulis Hilfe ist das zu lösen – sie ist ja schon ein paar Tage hier, und kennt die Umgebung. Das Auspacken geht zügig vonstatten; ein paar Sachen trage ich auch. Da in unserer Wohnung noch Möbel drin sind (wir hoffen, dass der Vermieter die sehr bald wie versprochen abholen wird), wird es sehr eng. Soll das alles reinpassen? Am Donnertag ist erstmal Auspacken angesagt. Abends gönnen wir uns ein Essen in der Ocean Bar, die gerade mal 20 Meter von uns entfernt ist. Schon bequem. Auch am Freitag sind wir mit Umräumen und Auspacken beschäftigt. Kaum zu glauben, wie lange das dauert, die paar Sachen in der Küche und im Arbeitszimmer zu verteilen. Wir holen uns bei Donnybrook Fair Sandwiches. Da gibt es anscheinend im September einen Deal, dass man vor 18:00 Sandwiches zusammen mit einem O-Saft zu einen super Preis bekommt – da schlagen wir doch zu. (Nachtrag - die haben auch ein sehr schönes Restaurant im "großen" DFC in Donnybrook, nicht in der Baggot Street). Abends befüllen wir das Wasserbett. Auch hier ist es kaum zu glauben, wie lange es dauert, bis die Matratze sichtbar mit Wasser gefüllt ist. Was würden wir bloß ohne Schlauch machen? Angeblich befüllen manche Leute das Bett mit der Gießkanne – viel Spaß! Auch Samstag packen wir noch aus. Das Wohnzimmer nimmt langsam Gestalt an. Auch das Arbeitszimmer wird langsam geordneter. Vor allem, weil jetzt das Regal steht und gefüllt werden kann. Nachmittags gehe ich kurz in die Stadt zum Einkaufen. Ich kann mir nicht verkneifen, beim Applehändler das MacBook auszuprobieren. Vielleicht nächstes Jahr, wenn die neue Mac OS X-Version raus ist? ;-) Danach treibt mich ein unbeschreibliches Verlangen zu Burger King in der Grafton Street. Das habe ich Uli noch gar nicht erzählt – mal sehen was sie sagt, wenn sie das liest? Zum Einkaufen gehe ich zu Fallon & Byrne, und gönne mir ein Schokoeis (finden auch andere lecker). Unglaublich lecker! Brilliant! Abends koche ich zum ersten Mal. Grüne Nudeln mit Thunfisch und Pilz-Sahnesoße. Nicht schlecht. Auch die Küche macht Spaß. Zur Verdauung schreibe ich diesen Blogeintrag. Mangels Internetanschluss muss der allerdings noch ein wenig mit der Veröffentlichung warten...

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